Lehrlingslohn Schweiz 2026: So viel verdienst du in der Lehre

Lehrlingslöhne sind nicht gesetzlich geregelt. Die Verbände empfehlen Beträge pro Lehrjahr, und viele Betriebe orientieren sich daran.

Alicia Devaux

Co-Founder und COO, Liquid Education

8 Min. Lesezeit

Zahlen für 2026

Hände zeichnen mit Bleistift eine Linie auf ein Holzbrett, daneben Sägespäne

Foto: Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein einheitlicher Mindestlohn: Die Höhe des Lehrlingslohns wird grundsätzlich im Lehrvertrag vereinbart. Berufsverbände geben Empfehlungen ab.

  • Unterschiedliche Löhne: Im 1. Lehrjahr reichen die Empfehlungen in unserer Tabelle von CHF 550 bis CHF 1'020 brutto pro Monat. Im letzten Lehrjahr sind es CHF 1'170 bis CHF 1'550.

  • Lohnabzüge: Ab dem 1. Januar des Jahres, in dem du 18 wirst, werden 2026 insgesamt 6.4 Prozent für AHV, IV, EO und ALV abgezogen.

  • Weitere Abzüge: Je nach Situation kommen beispielsweise Beiträge für die Nichtberufsunfallversicherung hinzu.

Wie viel verdient man eigentlich während der Lehre? Das hängt vor allem von deinem Beruf, dem Lehrjahr und dem Lehrbetrieb ab. Einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn für Lernende gibt es in der Schweiz nicht. Stattdessen geben Berufsverbände Lohnempfehlungen heraus, an denen sich viele Lehrbetriebe orientieren.

In unserer Übersicht findest du die Lehrlingslöhne 2026 für verschiedene Berufe, vom ersten bis zum letzten Lehrjahr. Ausserdem erfährst du, welche Lohnabzüge auf dich zukommen, wann du AHV-Beiträge bezahlst und worauf du bei deinem Lehrvertrag achten solltest.

Lehrlingslohn Schweiz 2026: die Tabelle

Alle Beträge sind Bruttolöhne pro Monat in Franken. Wo ein Bereich steht, empfiehlt der Verband eine Spanne. Leere Felder heissen: Die Lehre dauert kürzer.

Beruf

1. Lehrjahr

2. Lehrjahr

3. Lehrjahr

4. Lehrjahr

Kauffrau/Kaufmann EFZ

835

1'050

1'520


Detailhandelsfachfrau/-mann EFZ

835

1'050

1'520


Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ

740.95

987.80

1'255.85


Informatiker/in EFZ

550 bis 700

750 bis 900

950 bis 1'200

1'250 bis 1'500

Polymechaniker/in EFZ

570 bis 615

750 bis 815

985 bis 1'065

1'170 bis 1'265

Köchin/Koch EFZ

1'020

1'300

1'550


Die Tabelle zeigt eine Auswahl von Berufen. Die Lohnempfehlungen können je nach Region und Lehrbetrieb abweichen. Beachte auch, ob die Empfehlung auf zwölf oder dreizehn Monatslöhnen basiert.

Was «Empfehlung» beim Lehrlingslohn heisst

Das Gesetz schreibt keinen einheitlichen Mindestlohn für Lernende vor. Wie viel du verdienst, wird grundsätzlich zwischen dir und deinem Lehrbetrieb vereinbart und im Lehrvertrag festgehalten. Bist du bei Vertragsabschluss noch minderjährig (unter 18 Jahren), muss deine gesetzliche Vertretung dem Vertrag zustimmen, zum Beispiel deine Eltern.

Damit nicht jeder Betrieb bei null anfängt, geben die Berufsverbände Lohnempfehlungen heraus. Diese sind grundsätzlich nicht verbindlich, aber viele Lehrbetriebe orientieren sich daran. Anders ist es, wenn ein anwendbarer Gesamtarbeitsvertrag (GAV) verbindliche Mindestlöhne für Lernende festlegt. Ein Beispiel dafür ist das Holzbaugewerbe.

Warum dein Betrieb mehr oder weniger zahlen kann

  • Region: Viele Verbände haben Kantonal- oder Regionalsektionen mit eigenen Empfehlungen.

  • Betrieb: Grössere Firmen haben oft eigene Lohnskalen, die über den Empfehlungen liegen können.

  • GAV: Ist dein Betrieb einem GAV unterstellt, prüfe, ob dieser auch für Lernende gilt und welche Lohnbestimmungen er enthält.

  • 13. Monatslohn: Zwei Lehrbetriebe mit gleichem Monatslohn können übers Jahr verschieden viel zahlen, wenn nur einer einen 13. Monatslohn hat.

Liegt dein Lohn deutlich unter der Empfehlung, darfst du beim Vertragsgespräch nachfragen. Das ist keine Frechheit, sondern gehört zu einer fairen Lohnverhandlung.

Brutto ist nicht netto

Die Beträge in der Tabelle sind Bruttolöhne. Ab dem 1. Januar des Jahres, in dem du 18 wirst, werden dir Beiträge für AHV, IV und EO (zusammen 5.3 Prozent) sowie für die Arbeitslosenversicherung (1.1 Prozent) abgezogen. Das ergibt 2026 insgesamt 6.4 Prozent.

Eine Prämie für die Nichtberufsunfallversicherung (NBU) kann bereits vorher vom Lohn abgezogen werden, wenn du mindestens acht Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber arbeitest. Die Berufsunfallversicherung bezahlt dein Arbeitgeber. Weitere vereinbarte Abzüge können ebenfalls dazukommen.

Quellen

  • Tabelle: SDBB / berufsberatung.ch, «Lohnempfehlungen der Verbände», Stand 2026.

  • «Das Gesetz schreibt keine Mindestlöhne vor»: berufsberatung.ch, «Lohn in der Lehre».

  • Empfehlungen «nicht verbindlich»: Kanton Aargau, Departement Bildung, Kultur und Sport, «Lohnempfehlungen», 15.07.2026.

  • AHV/IV/EO 5.3%, ALV 1.1%: BSV, Synoptische Tabelle Sozialversicherungen, Stand 01.01.2026.

Häufige Fragen

Allgemeine Information, keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Massgebend sind die Angaben der zuständigen Behörden und Anbieter.

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Geschrieben von

Alicia Devaux

Co-Founder und COO, Liquid Education

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