Erster Lohn: 7 Dinge für deinen ersten Monat
Konto einrichten, Dauerauftrag fürs Sparen, Lohnabrechnung prüfen, Abos checken: die Liste für deinen ersten Zahltag.
Alicia Devaux
Co-Founder und COO, Liquid Education
5 Min. Lesezeit

Foto: Unsplash
Das Wichtigste in Kürze
Prüf deine erste Lohnabrechnung. Brutto ist nicht netto.
Trenn dein Geld: ein Konto zum Ausgeben, eins zum Sparen.
Richte einen Dauerauftrag ein, der am Zahltag spart, nicht am Monatsende.
Schreib deine Fixkosten auf und kläre das Kostgeld.
Starte einen Notgroschen. Ein erstes Ziel reicht.
Die Säule 3a hat Zeit. Erst das Polster, dann die Vorsorge.
Gönn dir etwas vom ersten Lohn, mit einem festen Betrag.
Der erste Lohn ist da. Ein gutes Gefühl, und ein kurzer Moment, in dem noch alles möglich ist. Ein paar Wochen später fragen sich viele, wo das Geld geblieben ist. Mit diesen sieben Punkten richtest du deinen ersten Lohn einmal sauber ein. Danach läuft das meiste von allein.
Was du mit deinem ersten Lohn machst, bevor er weg ist
Am Anfang ist der Lohn kein Problem. Das Problem kommt in der dritten Woche, wenn das Konto leerer ist als gedacht. Die Idee hinter dieser Liste: Du entscheidest einmal, wohin dein Geld geht, und lässt es dann laufen. Kein tägliches Kopfrechnen, keine Excel-Tabelle, die nach zwei Wochen vergessen ist.
1. Lohnabrechnung prüfen
Mit dem Lohn kommt die Lohnabrechnung, auf Papier oder als PDF. Schau sie dir an, bevor du sie ablegst. Diese vier Dinge reichen:
Prüfe deine erste Lohnabrechnung:
Stimmt der Bruttolohn mit deinem Lehrvertrag oder Arbeitsvertrag überein?
Welche Abzüge werden gemacht? Ab dem 1. Januar nach deinem 17. Geburtstag werden AHV, IV und EO abgezogen. Dazu kommt die Arbeitslosenversicherung (ALV). Je nach Arbeitspensum und Versicherung kommen weitere Abzüge hinzu, zum Beispiel für die Nichtberufsunfallversicherung (NBU).
Hast du Anspruch auf einen 13. Monatslohn? Falls ja: Wann wird er ausbezahlt?
Wie viel bleibt dir nach allen Abzügen tatsächlich auf dem Konto?
Wenn etwas nicht stimmt, frag direkt in der Lohnbuchhaltung oder bei deiner Berufsbildnerin oder deinem Berufsbildner nach. Das ist ihr Job und keine dumme Frage.
2. Konto einrichten: ausgeben und sparen trennen
Wenn alles auf einem Konto liegt, sieht der Kontostand immer nach mehr aus, als wirklich frei ist. Die einfachste Lösung: ein Konto für den Alltag und ein zweites für alles, was du nicht anfassen willst. Viele Banken haben Jugend- oder Lernendenkonten. Vergleich Gebühren und Bedingungen, bevor du eines eröffnest.
Wer es genauer mag, denkt in drei Töpfen:
Fix: was jeden Monat sicher abgeht, zum Beispiel Kostgeld, Handy, ÖV-Abo.
Fun: Essen, Ausgang, Kleider, Hobbys.
Future: Sparziele und Notgroschen.
3. Dauerauftrag am Zahltag
Sparen am Monatsende funktioniert selten, weil am Monatsende selten etwas übrig ist. Dreh es um: Richte im E-Banking einen Dauerauftrag ein, der ein oder zwei Tage nach dem Zahltag einen festen Betrag aufs Sparkonto schiebt. Der Betrag darf klein sein. CHF 50 sind ein Start, und du kannst ihn später erhöhen.
4. Fixkosten aufschreiben und Kostgeld klären
Schreib einmal alles auf, was jeden Monat abgeht: Handy, ÖV-Abo, Streaming, Fitness, vielleicht schon Kostgeld. Die Summe ist dein Fix-Topf. Was danach übrig bleibt, ist das Geld, mit dem du wirklich planen kannst.
Wenn du bei deinen Eltern wohnst, ist jetzt ein guter Moment für das Gespräch übers Kostgeld, am besten bevor sich alle an einen Betrag gewöhnt haben. Was üblich ist, steht in Kostgeld: Wie viel solltest du deinen Eltern abgeben?
Und gleich dazu: Geh deine Abos durch. Das Probeabo vom Sommer, die zweite Streaming-App, das Game-Abo, das du seit Monaten nicht mehr öffnest. Was du nicht brauchst, kündigst du jetzt, nicht nächsten Monat.
5. Notgroschen starten
Irgendwann geht das Handy kaputt, die Zahnarztrechnung kommt oder das Velo braucht neue Bremsen. Ein Notgroschen ist Geld, das genau dafür da ist und sonst nicht angefasst wird. Wer bei den Eltern wohnt, kann mit einem kleinen ersten Ziel starten, zum Beispiel CHF 1'000. Wer allein wohnt, braucht mehr. Eine verbreitete Faustregel sind drei bis sechs Monate Fixkosten.
Wichtig ist nicht die Höhe, sondern dass der Topf existiert und jeden Monat ein bisschen wächst.
6. Säule 3a? Nicht unbedingt schon jetzt
Auf TikTok heisst es oft: «Mach sofort eine 3a.» Die Säule 3a kann ein gutes Werkzeug sein, aber sie ist nicht der erste Schritt. Das Geld ist dort grundsätzlich bis kurz vor der Pensionierung gebunden. Mit einem Lehrlingslohn sparst du damit auch kaum Steuern, weil du wenig oder keine Steuern zahlst. Warum das so ist, steht in Müssen Lernende Steuern zahlen?
Eine verbreitete Reihenfolge: erst ein Polster, an das du jederzeit kommst, dann Vorsorge. Wenn du später mehr verdienst, lohnt sich ein zweiter Blick.
7. Gönn dir was, mit Plan
Du hast dafür gearbeitet. Ein Teil vom ersten Lohn darf weg, für etwas, das dich freut. Der Trick ist ein fester Betrag, den du vorher bestimmst. Dann ist es ein Geschenk an dich und kein Loch im Budget.
Hast du etwas Grösseres im Kopf, kommt es zuerst auf eine Liste. Wenn du es in zwei Wochen immer noch willst, ist es kein Impulskauf mehr.
Und dann? Einmal pro Monat drüberschauen
Nach dem ersten Monat weisst du mehr als jede Vorlage. Schau einmal pro Monat, am besten am Zahltag: Wo bin ich über dem Plan, wo darunter? Passe die Beträge an, nicht dich.
Liquid baut dein Budget aus Lohn und Fixkosten, und jede Zahlung zählt automatisch mit. Unter «Verfügbar» siehst du, wie viel Geld auf deinen Konten liegt, minus die monatlichen Zahlungen, die noch anstehen.
Quellen
AHV, IV, EO und ALV ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag: Informationsstelle AHV/IV, Merkblatt 2.01 «Beiträge an die AHV, die IV und die EO», Stand 01.01.2026, ahv-iv.ch.
Bezug der Säule 3a frühestens fünf Jahre vor dem AHV-Referenzalter, mit Ausnahmen (zum Beispiel Wohneigentum): Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen (BVV 3), Art. 3, fedlex.admin.ch.
Stand der Quellen: 16.10.2026.
Häufige Fragen
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Geschrieben von
Alicia Devaux
Co-Founder und COO, Liquid Education


